Abschiedsworte des Ehrenvorsitzenden und Vereinsgründers Heinrich Kleinert

Liebe Mitglieder, 

1998 erschien die letzte Ausgabe unserer Vereinszeitung. Aus finanziellen Gründen mussten wir zunächst auf weitere Ausgaben verzichten.

Das größte Wagnis in unserer Vereinsgeschichte, der millionenschwere Hauskauf stand bevor, und wir mussten an allen Ecken und Enden sparen. und müssen heute noch immer aufgenommene Darlehen zurückzahlen.

Aber unser Traum seit der Vereinsgründung im Jahre 1955 ist Wirklichkeit geworden, und wir haben nun ein eigenes Haus. 

Am 19. November 2005 haben wir unser 50-jähriges Jubiläum im vollbesetzten Gläsersaal der Siegerlandhalle gefeiert. Unter der hervorragenden Regie unseres zweiten Vorsitzenden Jürgen Holdinghausen und unseres Geschäftsführer Jens Walbersdorf und vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter wurde die Feier ein voller Erfolg.

Unser erster Vorsitzender Thomas Dilling übernahm die diesmal sehr umfangreiche Aufgabe, langjährige Mitglieder und erfolgreiche Sportler zu ehren.

Inzwischen schreiben wir schon das Jahr 2009 und die vorgenannten Personen haben nach jahrelanger treuer Pflichterfüllung ihre Ämter niedergelegt. Dafür an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön. Sie sind aber weiterhin als Übungs- bzw. Abteilungsleiter im Verein aktiv tätig.

1. Vorsitzender ist seit 2008 Dominik Hartmann, der damit eine sehr schwierige Aufgabe übernommen hat. Ihm zur Seite stehen Sybille Zöllner als Geschäftsführerin und Maria Bischopink-Schlemper als stellvertretende Geschäftsführerin.

Mit nunmehr 75 Jahren darf ich wohl schon einmal mit Stolz zurückblicken. 1955 waren wir so etwas wie Pioniere, die anfingen in einer fremden Umgebung den Weg zu bereiten nicht nur für Judo, sondern für alle Budosportarten. Wir mussten jahrelang gegen Vorurteile ankämpfen und haben es aber geschafft, dass wir heute durch viel Überzeugungsarbeit anerkannt werden und nicht nur einen guten, sondern überwiegend einen sehr guten Ruf erworben haben. Allen meinen Weggefährtinnen und Weggefährten von damals und heute möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen, vor allem meiner Frau Anne! 

Um zu erhalten und fortzuführen, was wir bis heute geschafft haben, brauchen wir dringend noch einmal den Pioniergeist aus unserer Anfangszeit.

Wir brauchen dringend Menschen, die sich zu unserer Vereinsphilosophie bekennen und danach handeln wollen. Deshalb hier noch einmal einige Zitate und Gedanken dazu:

Gedanken zu unserer Vereinsphilosophie

Ehrlich kämpfen, bescheiden siegen und lächelnd verlieren

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

Dieser Spruch müsste erweitert werden:

Menschlichkeit ist nicht alles, aber ohne Menschlichkeit ist alles nichts, denn auch die geistig seelische Umweltverschmutzung vermindert unsere Lebensqualität in erheblichem Maße.

Toleranz ist eine der höchsten menschlichen Tugenden und bei der Vielzahl unserer Abteilungen und Nationalitäten für ein harmonisches Zusammenleben unbedingt erforderlich.

Darüber hinaus sollten wir untereinander Anteil nehmen, Interesse zeigen und Anerkennung geben.

Kein Mensch ist nur gut oder nur schlecht.

Deshalb sollten wir uns bemühen, allen Menschen, besonders im Hinblick auf unsere eigenen Fehler und Schwächen, mit großer Bescheidenheit, Respekt und Wohlwollen zu begegnen.

Schuldzuweisungen und Werturteile sind möglichst zu vermeiden.
Sie fügen nur unnötige Verletzungen zu.
Und außerdem sind sie meistens falsch.

Arroganz ist selbstgewählte Dummheit.

Kein Mensch kann mich zwingen, mich so zu erniedrigen, dass ich ihn hasse.

Dankbarkeit sollten wir nicht erwarten. Das erzeugt nur ein bedrückendes Schuldgefühl beim Anderen.

Unser Dank liegt im Tun. Allein das wir helfen dürfen und helfen können ist unser wichtigster Dank.

In diesem Sinne habe ich sehr viel Dank erhalten für alles, was ich für andere tun durfte und tun konnte.

Es war mir eine Ehre!

Euer Heiner